Juni 14, 2018

Projekt Kirgistan: Skitouren-Expedition in ein selten bereistes Land

Wo die Nächte kalt sind und wo Gastfreundschaft gross geschrieben wird

Weite, unberührte und weiss gezuckerte Gerbirgszüge gespickt mit traditionellen Wohnformen und fernöstlicher Kultur, fern ab von Massentouristischen Wintersportorten - das ist Kirgistan im Winter. Zwölf Tage begeben sich Yann Krieger (Photografie), Marco Senteler (Initiator von Tunduk.com, Kirgistan Kenner und Kontaktperson zu Helvetas) sowie Benedikt Arnold (Schweizer Bergführer mit Kirgistan-Erfahrung) auf eine Expedition ins Reich der Jurten und Tunduks. Neben den obligaten Tourenskis, Fellen und der richtigen Ausrüstung gegen die klirrende Kälte sind auch Katja Jaeger, Adrian Bislin, Valentin Raemy and Adrian Zadory mit von der Partie ein kirgisisches Wintermärchen zu entdecken, wie die folgende Bildergeschichte der Gruppe zeigt:

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Bei eiserner Kälte aber einer freundlich lachenden Sonne erkunden wir vom kleinen Örtchen Karal-Dobo aus die naheliegenden Vorgebirgszüge. Nach anfänglicher Skepsis ob der Schnee wohl für eine Abfahrt genügt, werden wir fündig und geniessen die schneereicheren Muldenabfahrten in Schattenlage. Nur der tiefgefrohrene Pferdekot in der nähe des Dorfes, welcher nicht sonderlich gut mit unseren Skibelägen harmoniert, lässt ab und zu unsere Gleitphasen abrupt unterbrechen.

Unsere farbigen Outfits und die Skis haben schnell die Neugierde bei der Dorfjugend in Karal-Dobo geweckt. Mit ihren Eseln und Pferden reiten sie uns entgegen und ergattern eine Privatlektion Flachlandskistöckeln. Während dem unsere Ausrüstung auf Herz und Nieren getestet wird üben wir uns darin, die kirgisischen Haustiere im Zaun zu halten.

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Zusammentreffen mit den Einheimischen

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Die sogleich unsere Ausrüstung testen wollen.

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Natürlich werden auch die Skis probiert.

Die Märkte in Kirgistan haben sogar im Winter durchaus viel zu Bieten. Besonders die Degustation von vergorener Stutenmilch hat es uns angetan. Trotz eher zurückhaltender Euphorie über den gewöhnungsbedürftigen Geschmack des kirgisischen Nationaltrunks bekommen wir eine ganze Flasche von der Marktfrau geschenkt.
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Als Basislager für unsere Skitouren südöstlich des Issykköl-Sees dienen zwei traditionell kirgisische Jurten zum Schlafen und eine als Ess- und Aufenthalatsraum. Glücklich schätzen wir uns über unsere warmen Schlafsäcke und den gusseisernen Holzofen, welcher die Aussentemperatur von unter minus 20 Grad in der Nacht immerhin etwas erträglicher macht.

Vom Jurtencamp, der Ausgangspunkt für unsere Skitouren im Tien Shan Gebirge, erreichen wir in ungefähr einer Stunde Aufstieg ein menschenleeres Hochtal auf 2800 müM. Von dort aus erklimmen wir die davon östlich und westlich gelegenen Gipfel und Bergrücken. Für die Jahreszeit liegt verhältnismässig wenig Schnee, doch die kalten Temperaturen hinterlassen uns glücklicherweise immer noch genügend Powder für einige traumhafte Abfahrten.

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Fürs leibliche Wohl im Jurtencamp sorgen unsere zwei einheimischen Starköche. Neben köstlichem Eintopf und warmem Tee unterhalten uns Elmeman und Igilig zudem auch mit traditionellem Gesang. Nach dem Abendmahl wird tradtionellerweise Vodka ausgeschenkt. Nach ein paar Gläsern fällt es uns plötzlich relativ leicht mit ein paar Schweizer Mundartklassikern zu kontern - wenn auch nicht ganz so textsicher wie unsere kirgisischen Freunde.

Weiter schleppen die Jungs ganze Baumstäme aus den umliegenden Wäldern und machen daraus Kleinholz - die Basis fürs Feuer und unsere Verpflegung. 

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Teatime

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Tägliches Holz hacken, damit die Jurten immer gemütlich warm und trocken sind.

Die kirgisische Gastfreundschaft ist allgegenwärtig. Wir sind fasziniert von der eisernen Stille und der rauen Schönheit des Landes. Auf dem Rückweg nach Bishkek haben wir das Glück die Jagdtechniken eines Adlerjägers zu beobachten. Etwas geschockt, als der Greifvogel ein ganzes Kaninchen samt Knochen und Fell verschlingt, aber beeindruckt von seiner Grösse und Jagdkunst. Insgesammt eine unvergessliche Reise mit ungewohnten und herzlichen Momenten.

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Ein atemberaubender Moment: Der Raubvogel frisst ein ganzes Kaninchen in den Händen seines Meisters.